Final Fantasy III (DS)

Spieleinfos
 Boxart (EU)
Entwickler: Square Enix
Publisher: Koch Media
ab 6
Spieleranzahl: 1
Genre: Rollenspiel

Lange hat es gedauert, bis das erste Spiel der Final Fantasy Reihe in Europa veröffentlicht wurde - 1997 war es mit dem siebten Teil hierzulande soweit. Zuvor erschienen in Japan die Vorgänger auf Nintendos Famicom (NES) und Super Famicom (SNES); nur die Teile eins, vier und sechs schafften es damals über den großen Teich in die USA, weswegen der eigentlich sechste Teil des Spiels in Amerika als Final Fantasy 3 bezeichnet wurde.
Das richtige Final Fantasy 3 erschien 1990 und war der letzte Teil der damals noch jungen Rollenspielserie für das NES. Nun, fast zwei Dekaden später, schickte Square Enix sich an, auch den Westen mit dem Spiel zu beglücken und polierte das verstaubte Original gehörig auf. Ob das Remake dem Zahn der Zeit trotzen konnte und auch heutzutage noch fesseln kann, könnt ihr in diesem Review nachlesen.

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Spielinhalt: 

Die Story des Spiels ist ziemlich schnell erzählt: der junge Luneth, ein Waisenjunge aus dem beschaulichen Dorf Ur, fällt eines Tages in einen Erdspalt, der gleichzeitig als eine Art Tutorial des Spiels fungiert, und stößt auf einen seltsamen Kristall, der ihm verkündet, er sei ein Auserwählter. Zusammen mit drei Mitstreitern soll er die Welt vor dem Unheil bewahren, das sich anbahnt. Zugegeben: originell ist etwas anderes - allerdings muss man dem Spiel zugute halten, dass es nun schon 17 Jahre auf dem Buckel hat.
Luneth zieht also los und hat binnen einer Stunde Spielzeit die Truppe beisammen. Sein Jugendfreund Arc ist praktischerweise auch ein Auserwählter, zudem gesellt sich das junge Mädchen Refia und der Soldat Ingus zur Gruppe. Die Abenteurer raufen sich zusammen, um ein Dorf von einem Fluch zu befreien, das alle Menschen unsichtbar macht.

Das Kampfsystem des Spiels ist rundenbasiert, das Active Time Battle System des siebten Teils fehlt selbstverständlich. Man wählt also eine der möglichen Aktionen des Charakters aus und je nachdem, welche Figur die höheren Geschwindigkeits-Attribute hat, schlägt als erstes zu. Lobenswert ist die Tatsache, dass die Charaktere nicht ins Leere schlagen, wenn ein ausgewählter Gegner bereits das Zeitliche gesegnet hat, sondern den nächsten Widersacher anvisieren. Das Feature fehlt in einigen moderneren Rollenspielen beispielsweise immernoch. Leider dauern die Kämpfe dank der rundumerneuerten Optik deutlich länger, als sie es beim spartanischen Original taten. Denn die Zaubereien der Magier produzieren zwar schöne Grafikeffekte, benötigen allerdings auch ihre Zeit.
Die Fähigkeiten der Figuren lassen sich individuell variieren, denn keiner der vier Ritter des Lichts ist auf einen Beruf fixiert. Vielmehr könnt ihr jederzeit die Profession wechseln, die neue Möglichkeiten eröffnet. Sinnvollerweise hat man aber in der Truppe einen oder zwei Kämpfer, einen Magier und einen Heiler. Dennoch gibt es Situationen, in denen das Wechseln der Berufe von Nöten ist, so richten Nahkämpfer im geschrumpften Zustand (ein Zauberspruch, der im Verlaufe des Spiels gelernt wird) kaum Schaden an, weshalb die komplette Party Magierroben überstreifen muss. Für welche Berufkombination man sich letzendlich entscheidet, hängt natürlich vom Geschmack des Spielers ab und hier lässt Square Enix kaum Wünsche offen - rund zwanzig Berufe stehen zur Verfügung, von denen einige freigeschaltet werden müssen. Jeder Job hat natürlich seine Vor- und Nachteile, so dürfen Magier beispielsweise keine Rüstungen tragen, während Kämpfer nicht zaubern dürfen.

Ein Rollenspiel wäre kein Rollenspiel ohne Aufleveln: je mehr man kämpft, desto schneller steigen die Figuren auf und desto schneller kann man die nächsten Monster über den Äther schicken. Hier zeigt sich auch ein großes Manko des Spiels, die Zufallskämpfe tauchen ziemlich oft auf - teilweise alle Paar Schritte. Das macht das Spiel nicht nur monotoner, sondern auch schwerer. Teilweise gibt es auch Gebiete des Spiels, in die man sich nicht zu früh vortrauen sollte, wenn der Level der Figuren nicht hoch genug ist. So kann es durchaus vorkommen, dass man von einem Gegner mit einem Schlag in den Sarg befördert wird. Erschwerend kommt - besonders am Anfang des Spiels - hinzu, dass man tote Charaktere nur umständlich wiederbeleben kann, lediglich durch Zauber, Items und magische Quellen stehen die Kameraden wieder auf, ein Besuch im Hotel hilft also nicht weiter.
Gespeichert wird das Spiel übrigens nicht überall, sondern nur auf der Weltkarte. Hinzugefügt wurde auch eine Schnellspeicher-Option, mit der man sofort an der Stelle einsteigt, an der man vorher aufgehört hat. Die Speicherdaten gehen nach dem Laden allerdings verloren.

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Grafik: 
Die Grafik kann man mit nur einem Wort beschreiben: bombastisch. Dies fängt schon beim vierminütigen Renderintro an, das die Spielfiguren präsentiert und Square-typisch phänomenal inszeniert ist. Die Spielgrafik an sich ist das derzeit wohl beste, was der DS derzeit zu bieten hat, die knuffigen Charaktere sind großartig modelliert und sehen auch in der Nahansicht - man kann mittels des L-Knopfs zoomen - spitze aus. Die bereits erwähnten Zaubereffekte wissen auch zu gefallen, teilweise wird in den Kämpfen an die Figuren herangezoomt, sodaß man die Effekte aus der Nähe bewundern kann.
Die prächtige Grafik wird allerdings mit dem Verzicht auf die Nutzung des zweiten Schirms erkauft. Zwar wird auf der Oberwelt die Weltkarte auf dem oberen Bildschirm eingeblendet, in den Kämpfen bleibt das obere Bild jedoch komplett schwarz, hier hätte Square Enix entweder den Charakterstatus oder zumindest ein nettes Artwork einblenden können.
Sound: 

Musikalisch kann das Spiel ebenfalls glänzen, die Melodien des Komponisten Nuobo Uematsu klingen einfach nur wunderschön und begleiten den Spielverlauf hervorragend. Der Final Fantasy-typische Fanfaren-Sound am Ende eines Kampfes darf selbstverständlich nicht fehlen.

Steuerung: 

Gesteuert wird das Spiel entweder über die Tasten oder komplett mit dem Stylus, großes Lob an Square Enix für die Implementierung beider Methoden. Die Steuerung ist intuitiv und geht gut von der Hand. Die Touchscreen-Steuerung ist besonders in den Kämpfen sehr komfortabel: statt sich durch Menüs zu scrollen, wählt man einfach die jeweilige Option mit der Spitze des Stylus aus.

Multiplayer: 

Dem Remake spendierte Square Enix auch eine Wifi-Option. Mit dem als Mognet bezeichneten Feature können Briefe an andere Spieler und auch an Figuren des Spiels verschickt werden. So gelangt man an einige Bonusitems. Mit- oder gegeneinander Kämpfen ist mit der Online-Option allerdings nicht möglich.

Fazit: 

Final Fantasy III ist ein Remake, wie es sein sollte. Zum Einen behält das Spiel die Elemente, die es seinerzeit so gut machten, andererseits wurde die Grafik extrem aufgehübscht und auch der Sound weiß zu gefallen. Leider ist die Spielmechanik etwas veraltet und der Schwierigkeitsgrad bietet einige Frustmomente. Wer erst mit einem der späteren Final Fantasy-Teile in die Welt der Rollenspiele eingestiegen ist, wird also von Teil drei vielleicht etwas abgeschreckt werden. Falls euch aber Herausforderungen und Kämpfe am laufenden Band nicht stören, bekommt ihr mit Final Fantasy III ein gutes, klassisches Rollenspiel.

An dieser Stelle möchten wir noch der Presseabteilung von Koch Media danken, die uns freundlicherweise ein Testmuster des Spiels zur Verfügung stellte.

Spielverweis: 

Screenshots:

Pro & Contra

+ Wunderschöne Grafik
+ Schöne Musik
+ Gute Touchscreen-Nutzung

- Oberer Screen wird kaum genutzt
- Nichts Neues
- Frustmomente

Wertung

Grafik:

Sound:

Spielspass:
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