Metroid Prime: Hunters (DS)

Spieleinfos
 Boxart (EU)
Entwickler: Nintendo
Publisher: Nintendo
ab 12
Spieleranzahl: 1-4
Genre: Ego-Shooter

Metroid Prime für den GameCube setzte damals neue Maßstäbe und erfand mit seinem neuem Gameplay sogar ein neues Genre, das Ego-Adventure. Da wundert es wohl niemanden, dass der Nintendo DS einen Nachfolger spendiert bekommt. Ob und inwieweit Nintendo mit Metroid Prime Hunters dem großen Namen von Metroid Prime gerecht werden kann, soll der Test klären.

mphunters-small01.jpg
mphunters-small02.jpg
mphunters-small04.jpg
Spielinhalt: 

Story:
Einst lebten in der Tetra Galaxie die mächtigen Alimbier, die eines Tages plötzlich aus einem nicht bekanntem Grund verschwanden. Sie hinterließen mächtige Artefakte, die die ultimative Macht in sich verbergen. Zig tausende Jahre später tauchten plötzlich rätselhafte Wellen aus der Tetra Galaxie auf, die nur eine Aussage in sich trugen: "Im alimbischen Cluster liegt das Geheimnis zur ultimativen Macht verborgen".

Klar, dass die Galaktische Förderation nicht lange fackelt und Samus Aran entsendet, um diese Macht für sich zu gewinnen. Unglücklicherweise aber empfingen auch andere Kopfgeldjäger diese Nachricht, die sich natürlich möglichst schnell auf den Weg machen, um als erstes das Geheimnis dieser Nachricht zu lüften. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.


Ein klassisches Metroid Prime?
Bei Metroid Prime Hunters handelt es sich nicht, wie bei seinem großen Bruder um ein Ego-Adventure, vielmehr wandert dieser Titel in den Regionen eines Ego-Shooters. Durchstreifte man noch bei Metroid Prime die Areale sehr aufmerksam und immer auf der Suche nach neuen Waffensystemen und Upgrades, wird man bei Hunters gerade anfangs meist nur einem vorgegeben Weg folgen können. Damit das Spielgeschehen aber nicht zu linear abläuft, gilt es die sehr hilfreichen Upgrades zu finden, die entweder den Energievorrat, die Missilemunition oder die Muntition für sekundäre Waffen erweitern.

Anders als bei den anderen Metroid Spielen startet man schon von Anfang an mit bekannten Hilfsmitteln wie Morphball, Power-Bombe, Charge Beam, Missiles und Scan-Visor. Doppelsprung, Screw-Attack, Super-Missiles oder andere bekannte Upgrades gibt es nicht. Dafür aber hat sich das Entwicklerteam sechs neue und sehr hilfreiche sekundäre Waffen einfallen lassen, die den der gegnerischen Hunter entsprechen. Mit diesen Waffen kann man dann im Spiel bestimmte Gegner effektiver verletzen oder neue Türen öffnen, um neue Abzweigungen zu nehmen.


Die ersten Schritte
Sobald man das Spiel startet, landet man auf einer verlassenen Raumstation. Schnurstracks setzt man sich in Bewegung und macht sich auf die Suche nach einem der insgesamt 8 im Spiel vorhandenen Oktolithen. Um diesen zu erlangen, gilt es 3 Artefakte aufzuspüren, damit sich ein Portal zum Bossgegner auftut, der den Oktolithen unter Verschluss hält. Dieses Unterfangen wird natürlich von Gegnern und sogar von konkurrierenden Huntern gestört, die auch nach den Oktolithen eifern.

Hat man sich zum Boss durchgeschlagen und ihn auch erfolgreich besiegt, kann man glorreich den Oktolithen in Empfang nehmen. Die Freude ist aber nur von kurzer Dauer, denn gerade wenn man den Raum verlassen will, beginnt ein Countdown, in dem man den ganzen Weg zurücklaufen muss, um das Schiff zu erreichen. Diese Hürde erweist sich besonders im späteren Spiel als ein wenig knifflig. Nicht nur, dass euch der Zeitdruck im Nacken hängt, viel schlimmer ist, dass euch Gegner und knifflige Sprungpassagen das Leben schwer machen. Hat man diese Hürde bewältigt, wiederholt sich diese Prozedur auf den anderen 3 Planeten. Erst dann gilt es mit neugewonnenen Waffen alte Planeten neu zu durchstreifen, um neu erreichbare Wege zu durchkämmen.

Um sich zurecht zu finden, falls man mal die Orientierung verliert, wirft man einfach einen Blick auf die sehr schöne 3D Karte. An diese kann man heranzoomen oder auch drehen, damit man sofort den Überblick erlangt. Gespeichert wird nur beim Raumschiff, das ist aber weniger schlimm, weil sich in fairen Abständen Portale in den Arealen befinden, mit denen man sofort zum Raumschiff gelangt. Falls man stirbt, ist dies nicht weiter schlimm, denn man startet immer wieder neu von gut platzierten Rücksetzpunkten, sodass nie Frust aufkommt.

mphunters-small03.jpg
mphunters-small05.jpg
mphunters-small06.jpg
Grafik: 

Im Gegensatz zu vielen anderen DS Titeln, die in 2D sind, beglückt uns Metroid Prime Hunters mit einer exzellenten 3D Grafik. Schon die Demo, die damals zum Launch des DS erschien, beeindruckte, kam aber ziemlich pixelig daher. Die Vollversion sieht aber noch ein Stück weit besser aus. Die Gegner, Areale oder andere Gegenstände sehen im Gegensatz zur Demo glatter aus. Nur wenn man nah an Objekte herankommt, wirken diese sehr pixelig. Das Spiel läuft weitestgehend flüssig, nur sehr selten kommen kurze Ruckler auf, die aber keinesfalls den Spielspaß mindern oder sich sonst störend auswirken.

Schaltet man den DS an, wird man mit einem sehr beeindruckendem Rendervideo begrüßt, welches die sechs neuen Hunter kurz vorstellt. Auch wenn man im Singleplayer Modus auf einen Boss trifft, wird man mit dieser grafischen Meisterleistung beglückt.

Das Spielgeschehen findet in insgesamt 4 verschiedenen Arealen statt. Diese sind, wie für ein Metroid Spiel üblich, natürlich sehr atmosphärisch und abwechslungsreich gestalten. Das fängt bei einer alten verlassenen Raumstation an und führt weiter über einen Lava- und Eisplaneten.

Sound: 
Der Sound ist sehr gelungen und trägt Metroid typisch viel zur Atmosphäre bei. Dabei ist er nie nervig und man ist daher nie gezwungen den Ton abzustellen, weil man diesen nicht mehr hören mag.

Steuerung: 

Im Gegensatz zu Metroid Prime für den Cube, gibt es bei Metroid Prime Hunters kein Auto-Aiming Zielsystem, sondern man steuert das Spiel, wie einen klassischen Ego-Shooter. Insgesamt stehen 4 verschiedene Steuerungen zur Verfügung, dabei wird sowohl auf Rechts-, als auch auf Linkshänder Rücksicht genommen. Ist man Rechtshänder, wird das Steuerkreuz dazu genutzt, den Protagonisten vorwärts zu bewegen, rückwärts zu bewegen und seitlich strafen zu lassen (für Linkshänder werden dazu die Aktionstasten A, B, X und Y genutzt). Um zu zielen, kann man wahlweise den Touchscreen oder die Aktionstasten (für Linkshänder das Steuerkreuz) nutzen. Gefeuert wird mit der L-Taste (für Linkshänder die R-Taste). Um die Waffen zu wechseln, den Scan-Visor einzuschalten, oder sich in den Morphball zu verwandeln sind passende Symbole auf dem Touchscreen angebracht. Mit Druck auf die Starttaste ruft man die Karte auf.

Wenn man sich für die Touchscreen Variante entscheidet, muss man für sich selbst entscheiden, ob man mit dem D-Pad oder dem Stylus spielen will. Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile. Spielt man mit dem Stylus, kann man sehr gut alle Symbole auf dem Touchscreen erreichen. Problematisch bei dieser Methode ist aber, dass man den DS nur sehr unbequem in der Hand halten kann und man nach der Zeit schon fast Krämpfe bekommt. Entscheidet man sich für das D-Pad, liegt der DS sehr bequem in den Händen, jedoch sind alle Symbole nur durch Strecken der Hand erreichbar. Außerdem negativ bei dieser Methode ist, dass die Berührungsfläche des D-Pad sehr groß ist und so das Symbol für den Scan-Visor nur durch Glück oder durch geübtes Drücken zu treffen ist. Dies ist aber im Multplayer nicht weiter schlimm, denn dort gibt es keinen Scan-Visor. Wie man sieht, ist die Steuerung an sich schon eine Hürde, aber wenn man sich ein wenig einarbeitet, weiß man sie durchaus zu schätzen und man kann eine Menge Spaß mit dem Spiel haben.

Multiplayer: 

Im Multiplayer spielt Metroid Prime Hunters seine ganze Pracht aus. Zur Auswahl stehen insgesamt 7 Spielmodi auf insgesamt 26 Karten, die zum Teil erst freigespielt werden müssen. Egal ob gegen bis zu 3 CPUs, gegen 3 Freunde oder 3 Internetbekanntschaften, zur Auswahl stehen 7 verschiedene Hunter mit jeweils individuellen Verwandlungen. So rollt Samus noch als Morphball durch die Gegend, währenddessen der Gegner z.B. als Stachelball sich durch die Feinde kämpft. Im Online-Modus ist es zudem noch möglich, sich vor und nach einem Match mit dem eingebautem Mikro per Voice-Chat zu unterhalten.
Die Spielmodi sind sehr abwechslungsreich und sollten jeden Geschmack zufrieden stellen.
Dazu ein kleiner Überblick:

Kampf: Hier geht es darum, entweder nach Punktevorgabe oder nach Zeitlimit seine Gegner zu eliminieren.

Überleben: Das Ziel dieser Variante ist es, als letzter verbleibender Spieler übrig zu bleiben.

Beute: Die Aufgabe hierbei besteht darin, Oktolithen einzusammeln und diese an bestimmte Positionen zu bringen, um Punkte zu erlangen. Der Gewinner ist der, der als erster eine bestimmte Anzahl von Punkten erzielt.

Verteidiger: Hierbei muss man einen bestimmten Bereich verteidigen. Die Zeitdauer, in der man das Gebiet verteidigen kann, wird auf einem Zeitkonto gut geschrieben. Der Spieler, der als erstes eine bestimmte Zeit lang das Gebiet besetzte, gewinnt.

Kopfjäger-Ass: Sobald das Spiel startet, erhält der Spieler, der als erster einen Gegner killt, den Kopf-Jäger-Ass Titel. Schafft es ein Spieler diesen zu killen, so erhält er diesen Titel. Nach Ablauf der Zeit gewinnt der Spieler, der am längsten den Titel inne hatte.

Eroberung: Bei dieser Spielvariante muss man Oktolithen aus feindlichen Gebieten in sein eigenes bringen. Wer zuerst die vorgegebene Punktzahl erreicht, gewinnt.

Knoten: Knoten sind auf der Karte bestimmte Punkte. An diesen Stellen gilt es, sich 10 Sekunden lang aufzuhalten, um diese zu erobern. Wer die meisten Knoten erobert gewinnt.

Fazit: 

Eines vorweg, Metroid Prime Hunters ist wohl eines der besten und bestaussehendsten Spiele für den DS. Der Singleplayer Modus enttäuscht zwar ein wenig, aber er ist trotzdem noch sehr gut. Hätten die Entwickler das Spiel ein wenig länger gemacht und dem Spieler mehr Freiraum geboten, würde das Spiel wohl eine noch höhere Wertung einfahren.

Ein wahrer Oberhammer ist Nintendo aber mit dem Multiplayer Modus von Metroid Prime Hunters gelungen. Fängt man einmal an, sich gegen andere zu messen, hört man wohl erst auf, wenn der Akku des DS weiteres spielen verhindert. Dabei kann man sich nicht entscheiden, welche Spielvariante man spielen soll, weil einfach jeder Modus extrem viel Spaß macht. Eine sehr schöne Dreingabe ist der Voice-Chat im Online Modus, mit dem man sich vor und nach den Matches mit den Gegenspielern unterhalten kann. Jeder, der einen Ego-Shooter für den DS sucht, hat hiermit einen gefunden. Für Metroid Fans und Leuten, die einen genialen Multiplayer Titel suchen, ist der Titel sowieso Pflicht.


Pro & Contra

+ geniale Steuerung...
+ wunderschöne Grafik
+ bombastische Zwischensequenzen
+ super Voice-Chat Funktion

- ...aber nicht ganz leicht zu beherrschen
- kurze Spieldauer im Singleplayer
- anfangs etwas linear

Wertung

Grafik:

Sound:

Multiplayer:

Spielspass:
Deine Wertung: Nichts Userwertung: 7 (1 vote)

Teilen heißt unterstützen: