Prince of Persia: Sands of Time (GCN)

Spieleinfos
 Boxart (EU) Boxart (US)
Entwickler: Ubisoft
Publisher: Ubisoft
ab 12
Spieleranzahl: 1
Genre: Action-Adventure

Ein alter Klassiker in neuem Gewand. Irgendwie scheint es heutzutage in Mode gekommen zu sein, alte 2D Spiele, auf den Next-Generation Konsolen, in ein modernes 3D Game zustecken. Nach einer gelungenen Umsetzung des alten Worms 2D in die dritte Dimension, hat sich Ubi Soft an den weltbekannten Urklassiker Prince of Persia gewagt und diesem ein ganz neues Abenteuer in exzellenter Grafik spendiert. Für viele damals eine Offenbarung, soll der Action hungrige Prinz nun auch eine gute Figur in 3D Optik machen. Nun heißt es auch für den GameCube: Fallen überwinden und Gegner ausschalten, mal auf die andere Art.

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Spielinhalt: 

Startet man das Spiel, so werden erstmal 15 Blöcke auf der Memory Card belegt. Dies klingt zwar im ersten Moment etwas viel, dafür erhält man im Spiel aber dann auch 3 Savegames. Hat man die üblichen Entwicklerlogos hinter sich gebracht, landet man auch schon im Hauptmenü. Dort habt ihr dann die Wahl zwischen den Optionen, einem neuen Spiel, einem Spiel laden und den Zugaben. Während ihr bei den Optionen den Sound, die Kamera, den Controller und die Sprache einstellen könnt, habt ihr bei den Zugaben die Möglichkeit die Credits zu bestaunen oder aber den ersten Teil der Serie anzuspielen. Bei Spiel laden kann man dann noch eines der drei Savegames laden. Doch zuerst wird man sich natürlich für ein neues Spiel entscheiden. Hat man diesen Punkt angewälht, so wird man mit einem schönen Intro in die Story eingeführt.

So schön begann der Tag für den Prinzen. Endlich darf der junge Mann seinen Vater, den ehrwürdige Sultan, auf einem Kriegszug begleiten. Die feindliche Festung wird mit Katapulten unter Beschuss genommen; die Gegner sind in der Unterzahl und scheinen schnell besiegt. Doch Ruhm und Ehre, sagt der Prinz, erhält man nicht für das Aufschlitzen seiner Widersacher, sondern für die Erbeutung großartiger Schätze. Als er einen wunderschön verzierten, schimmernden und mit Sand gefüllten Dolch entdeckt, glaubt er, das richtige Geschenk ergattert zu haben. Doch etwas geht schief, denn jemand spielt ein falsches Spiel: Ein finsterer Wesir weiß um die geheimnisvolle Macht des Dolches, welche so stark ist, dass sie sogar die Zeit manipulieren kann. Fehlgeleitet, befreit der Prinz die zerstörerischen Kräfte und verwandelt sämtliche Menschen in garstige Bestien – nur er selbst, der Wesir und die tapfere Prinzessin Farah bleiben von dem Zauber verschont. Schnell ist klar: Die Geschehnisse müssen rückgängig gemacht werden. Doch das gestaltet sich verzwickter, als erwartet - der eroberte Palast ist allerorten mit tödlichen Fallen gespickt und fiese Widersacher erschweren das Vorankommen. Da nun außer der holden Schönheit, dem Wesir und euch keine menschliche Seele mehr am Hofe lebt, müsst ihr natürlich alles dran geben, euren Fehler wieder gut zu machen, damit auch eure Angehörigen und die Lakaien des Hofes wieder erweckt werden. Derart motiviert schwingt ihr euch also zu großen Taten auf. Bevor ihr jedoch mit der Steuerung eures Alter Egos vertraut seit, werdet ihr die ersten Minuten des Abenteuers interaktiv an die Hand genommen und mit allen Feinheiten des Kämpfens, Rennens und Fallen-Ausweichens vertraut gemacht. Dass das auch wirklich nötig ist, werdet ihr schneller merken, als es euch lieb ist. Denn nicht alles, was den neuen Prinzen ausmacht, ist auch wirklich neu. Die zahlreichen tückischen Fallen in ihrem vielfältigen Erscheinen wurden aus den früheren Spielen übernommen und bieten nach wie vor jede Menge Herausforderungen.

Obwohl Prinzessin Farah sich zum größten Teil an eurer Seite befindet, habt ihr leider nicht die Möglichkeit im laufe des Spiels die Kontrolle über sie zu erhalten. Stattdessen agiert diese automatisch auf relevante Dinge in ihrer Umgebung. So kriecht die schlanke, zierliche Prinzessin durch Spalten und Löcher und betätigt Hebel und Schalter, an für unseren Prinzen unerreichbaren Stellen. Würden allerdings alle Aufgaben an ihr hängen bleiben, wäre das Spiel ja sinnlos. Also habt ihr selbst mehr als genug damit zu tun, an den Wänden entlanglaufend Abgründe zu überqueren, an Seilen herumschwingen, Fallen auszuweichen, Gegner erdolchen, an Abgründen entlang hangeln, an Stangen schwingen und Schalter und Hebel zu betätigen. Für unseren Prinzen gibt es immer etwas zu tun.

Einen kleinen Haken hat die ganze Zirkus-Akrobatik dann allerdings doch: Auch wenn ihr die Kamera zu einer besseren Übersicht rauszoomen und, was meist nicht ganz sinnvoll ist, auch in die Ego-Perspektive schalten könnt, habt ihr an etlichen Stellen mit der Einstellung der Kamera zu kämpfen. So lassen sich Entfernungen manchmal nicht exakt abschätzen und der Winkel nicht frei drehen. Wenn ihr dann endlich den Dolch der Zeit in euren Händen haltet, dürfte dieses Problem allerdings nicht mehr ganz so ins Gewicht fallen. Stürzt ihr während eines riskanten Manövers ab, dreht ihr einfach so lange am Rad der Zeit, bis ihr wieder sicheren Boden unter den Füßen habt. Dies geht maximal drei Mal. Dann benötigt ihr neuen Zeitsand, den ihr innerhalb der weiten Areale findet. Ein weiterer Energieschub steht euch an den diversen Brunnen zur Verfügung. Trinkt der Prinz das Quellwasser, ist er wieder fit und kann weiterkämpfen. Auf den Sand der Zeit hat dies jedoch keinen Einfluss.

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Grafik: 

Was allerdings den Prinzen von seinen zahlreichen Genrekonkurrenten abhebt, dürfte wohl die phänomenale Grafik sein. Selten wurde ein Titel bis ins kleinste Detail so ausgearbeitet. Die Locations in denen ihr euch bewegt, erinnern an die Geschichten von Sheherazade und laden, trotz permanenter Action, zum Verweilen ein. Die Animationen des Prinzen stellen sogar die Matrix-Akrobaten um Längen in den Schatten und lassen euren Protagonisten stets eine gute Figur machen. So bilden sich Ringe wenn der Prinz hindurch läuft und auch der Prinz kommt nicht ohne Spuren durch das kühle Nass. Desweiteren sind auch die Lichteffekte sehr gut umgesetzt. Überall im Palast sind Fackeln angebracht, welche flackern und einen schönen Schatten auf den Prinz werfen. Und auch die Umgebungstexturen wurden mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet. So hat man an keiner Stelle das Gefühl, dass die Entwickler hier nur einen Pixelteppich übergelegt haben. Überall sind kleine Details, die das Spiel in technischer Hinsicht wirklich sehr gelungen wirken lassen. Während ihr über Abgründe springt und euch gerade so an Wandvorsprünge krallt, rieselt der Putz von den Wänden, so dass ihr wohl das eine oder andere Mal vor Schreck um euren Prinzen kurz den Atem anhalten werdet.

Sound: 

Auch in Sachen Sound haben sich die Entwickler sehr viel Mühe gegeben. Neben Dolby ProLogic II kann das Spiel auch mit einer deutschen Sprachausgabe aufwarten, die gelungener kaum sein könnte. Etwas schade ist, dass man beim Pausenmenü und Ableben des Prinzen immer die gleichen Sprachsamples zu hören bekommt, was mit der Zeit doch etwas nervig ist. Die Geräusche und Hintergrundmusik passt jedoch sehr gut zum Spiel und erzeugt eine orientalische Stimmung.

Steuerung: 

Den Prinzen steuert ihr mit dem Control Stick, während die Kamera mit dem C-Stick korrigiert werden kann. Der A Knopf dient entweder zum Springen oder aber zum Abrollen. Je nachdem in welcher Situation ihr euch befindet führt der Prinz eine dieser Aktionen automatisch aus. Mit B greift ihr einen Gegner mit dem Schwert an. Mit dem X Knopf beendet ihr eine Aktion. So könnt ihr euch zum Beispiel fallen lassen wenn sich der Prinz irgendwo fest hält, oder aber euer Schwert wieder einstecken. Mit Z könnt ihr in eine Ich- Perspektive wechseln, die vor allem später bei Sprungeinlagen sehr nützlich sein kann, da man sich mit ihr einen guten Überblick hat. Zu guter letzt könnt ihr noch mit dem R-Button eine Sonderaktion auslösen. Drückt ihr diese Taste, trinkt der Prinz Wasser, sofern welches in der Nähe ist, oder aber ihr könnt Kisten ziehen und verschieben. Die beiden wichtigsten Aktionen dieser Taste sind jedoch, dass man mit ihr an der Wand entlang laufen und sich an Stangen hin und her schwingen kann. Auch hier führt der Prinz je nach Situation die unterschiedlichen Möglichkeiten automatisch aus. Ihr müsst also vorher nicht noch auswählen wenn ihr vor einem Brunnen steht, dass ihr Wasser trinken und nicht an der Wand entlang laufen wollt.

Durch den Sand der Zeit sind die Monster gegen normale Waffen abgestumpft und werden durch den Sand der Zeit immer wieder zum Leben erweckt. So müsst ihr euch also zuerst mit dem Schwert durchkämpfen um dann, wenn die Monster am Boden liegen, mit dem Dolch der Zeit zuzustechen. Diese Aktion löst man mit Y aus. Betätigt man Y bereits, während die Monster einen noch angreifen, erstarren diese und man kann sie nun mit dem Schwert in zwei Hälften zu Staub zerfallen lassen. Durch den Dolch der Zeit hat man auch die Fähigkeit, dass man die Zeit beherrscht. Betätigt man nun die L Taste kurz, so schaltet das Spiel in eine Art Zeitlupenmodus, der alles sehr verlangsamt. Drückt man die L Taste lang, so kann man die Zeit zurückdrehen. Werdet ihr also mal von einem Gegner getroffen oder fallt in einen Abgrund, da ihr vorbei gesprungen seit, so könnt ihr dies ungeschehen machen indem ihr einfach die Zeit zurück dreht. Diese Möglichkeit habt ihr jedoch nur, wenn ihr noch etwas Sand mit euch tragt. Dieser wird mit Kugeln angezeigt. Habt ihr einen Gegner mit dem Dolch der Zeit erledigt, so erhaltet ihr eine Kugel mit Sand, die es euch erlaubt die Zeit 10 Sekunden zurück zu drehen.

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Fazit: 

Wie gut Prince of Persia: The Sands of Time wirklich ist, wird erst klar, wenn man sich an den wundervoll flüssigen Animationen und den netten Effekten satt gesehen hat. Das Level-Design mit seinen Sprung-, Kletter- und Fallen-Passagen scheint beinahe perfekt ausbalanciert, die Steuerung ist eingängig und trotz verschiedenster Interaktions-Möglichkeiten mit der Umgebung erfreulich unkompliziert. Doch da sind ja noch die Kämpfe, die dem Spiel viel von seiner Faszination rauben: Unnötig schwierig, unnötig lang, unnötig monoton. Ausserdem wäre da ja noch die ungenaue Kameraführung und der bisweilen knackige Schwierigkeitsgrad sowie die mager gesetzten Speicherpunkte.


Pro & Contra

+ flüssige Animationen
+ perfektes Leveldesign
+ eingängige Steuerung

- schwache Kämpfe
- miese Kameraführung

Wertung

Grafik:

Sound:

Spielspass:
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