Sonic und die geheimen Ringe (Wii)

Spieleinfos
 Boxart (EU)
Entwickler: Sega
Publisher: Sega
ab 6
Spieleranzahl: 1-4
Genre: Jump'n'Run

Für alle Märchenonkel, die gerne auf einem fliegenden Teppich in die Welt von 1001 Nacht entführt werden wollen, schafft Sega jetzt Abhilfe. Zwar nicht auf einem fliegenden Teppich, jedoch mit einem blauen Igel. Ob das genauso spaßig ist, verraten wir in unserem Review.

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Spielinhalt: 

Kurz entschlossen den Abenteuer-Modus gewählt, wird man auch schon als blaues Igelgetier durch die Stimme aus einem Ring, die zu einer niedlichen Djinn-Dame gehört, aufgeweckt; Sonic wird benötigt um die Welt des Geistes, das Buch "Tausendundeine Nacht" vor dem mächtigen und überaus finsteren "Erazor Djinn", zu erretten, der nach und nach die Seiten auslöscht um seine eigene Welt zu kreiiren. Kurzerhand zieht man sich die Behausung des Ringgeistes Shara über den Finger und ab geht die wilde Fahrt.

Zunächst findet man sich, nachdem man sich an den in Missionen gegliederten Leveln orientiert hat, in einer Tutorial-Welt wieder, die das Spielprinzip und die Steuerung näher bringen wird. Es gilt zu hüpfen, zu rasen und einige Geister weichzuklopfen. Hierbei wird die Wiimote wie bei Rennspielen waagerecht gehalten um den stacheligen Wunderigel durch Neigung der Remote in verschiedene Bewegnungen zu lenken, ihn durch Stoß hervorschnellen zu lassen, oder durch eine Kombination einen sogenannten Verfolgungsangriff zu starten; sobald jedoch die Grundmanöver beherrscht werden geht es in den ersten großen Abschnitt der tatsächlich an die Märchen des Buches erinnert. Man erblickt große Palastgebäude während man durch den Sand rast um Ringe zu sammeln, die benötigt werden um sich vor Angriffen jeglicher Art zu schützen, und sich verschiedenster Gegner erwehrt die einen dreisterweise attackieren. Sonic bewegt sich hierbei auf Bahnen die er nicht verlassen kann sofern sie nicht vorgegeben sind; das Spiel verläuft sehr zielstrebig und linear, was allerdings nicht Langeweile bedeutet, da es sehr viele Geheimnisse, versteckte Wege und Alternativen zu erkundschaften gibt. So dahinsausend, und die detaillierte Umwelt sowie den gigantischen Hintergrund bewundernd, kann es durchaus passieren dass das eigentliche Spielgeschehen vergessen wird, und die jeweilige Mission von neuem begonnen werden muss.
Sobald eine Mission beendet wurde, sei es erfolgreich oder auch nicht, erhält der Spieler für sein Können Erfahrungspunkte und kann somit Level aufsteigen, mit denen er nach und nach zusätzliche neue Fähigkeiten bekommt, die vor einer Mission ausgerüstet werden können, sofern es die Fertigkeitenpunkte erlauben. So ist es dem Spieler erlaubt individuell einzustellen wie er das Level bestreiten möchte: Eher mit einem Turboschub vorweg, oder lieber einer Ladung Ringe die den blauen Protagonisten schon anfangs schützen. Solche Missionen können darin bestehen, eine neue Welt zu erkunden, sprich sie bis zum Ziel zu durchqueren, eine bestimmte Anzahl an Gegenständen zu ergattern oder ein Rennen zu gewinnen; der Umfang des Spieles mit über 100 dieser Missionen ist immens. Auch können nach einer Zeit mächtige Fähigkeiten wie der Zeitstopp und der Hypersprint freigespielt werden, die zusätzlich für Action sorgen.

Bald schon trifft der Held auf den Bösewicht Erazor Djinn, welcher ein grausiges Spiel mit Sonic treibt: Er schießt diesem einen Pfeil in die Brust, und gibt diesem die Maßgabe ihm die 7 geheimen Ringe zu beschaffen, bevor der flammende Pfeil heruntergebrannt ist, andernfalls müsse er sterben. Zügig macht er sich also auf und stösst auf alte Bekannte, wie Eggman oder Sonics Kumpanen Tails und Knuckles, die sich aber allesamt nicht an ihn erinnern können, wohlgemerkt verkörpern sie bedeutende Gestalten von Tausendundeiner Nacht, wie Sindbad und Ali Baba; diese stehen einem mit einigen Weisheiten zur Seite, wenn auch Sonic diesen Geschehnissen misstrauisch gegenüber steht. Die Welt aus dem Buch besteht in dem Spiel allerdings nicht nur aus heissen Steppen und orientalischen Städten, sondern später auch aus urzeitlichen Landschaften, flammenden Festungen, fliegenden Hallen sowie Piratenschiffen und weiteren Ortschaften und ist somit sehr facettenreich. Sonic begegnet mächtigen Gestalten und Gegnern, wie dem Feuerwesen Ifrit, und hat so einen gefahrvollen Weg vor sich bis er die magischen Ringe finden kann.
Auch der Multiplayer kommt keineswegs zu kurz: 40 Minispiele können von bis zu 4 Spielern genossen werden, die im Spielverlauf freigeschaltet werden können, in denen unter anderem gerudert wird, Schlösser geöffnet werden usw.. Hierbei können auch Sonics Freunde,wie Knuckles und Tails, zu Rate gezogen werden; umfangreich und detailliert sind wohl die Adjektive die den Multiplayer-Modus am besten beschreiben: Insgesamt scheint viel Mühe in den Mehrspieler-Modus gesteckt worden zu sein; dieser erscheint somit nicht im Licht einer kleinen Ergänzung, sondern steht auf soliden Grundfesten einer eigenständigen Spielerweiterung. So ist ein kurzweiliger Spielspass, auch mit Freunden, vorprogammiert.

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Grafik: 

So liebevoll, detailliert und atemberaubend die Welt von 'Sonic und die Geheimen Ringe' auch ist, so überladen sind die Hintergründe an manchen Orten. Durch ruckartiges Kamera-Schwenken verliert man aufgrund dieser Fulminanz häufig einmal den Überblick. Jedoch wird die rasante Spielweise schön durch verschiedene Effekte untermalt, ohne zu dick aufzutragen; es ist vielmehr ein Genuss zuzusehen wie Sonic durch das Umfeld schnellt; z.b als ein Gargoyle verfolgt werden muss, und man als Igel auf einer Bahn in der Luft dahingleitet und ab und an den mächtigen Hypersprint einsetzen darf, woraufhin der Bildschirm verschwimmt und Sonic, rote Bahnen hinter sich herziehend, ersucht den Gegner zu erlegen. Wenn man nun diese Bildergewalt erblickt und sich häufig nicht genug daran sattsehen kann, wird nur allzu leicht die Frage aufgeworfen, wieso die Story mit einfarbigen, Pergament nachbildenden Screens erzählt wird. Natürlich passt dies hervorragend zur Geschichte de Spiels, jedoch liegt diese Art der Informationsüberbringung, weit unter dem Niveau der Wii, und unter dem des übrigen Spielaufbaus.

Sound: 

Die Hintergrundmusik ist nett und eingängig, und stimmt einen gut ein; jedoch eignet sie sich nur bedingt um das Spiel artgerecht zu vertonen, denn hauptsächlich wird in den Songs gesungen. Diese Lieder scheinen kaum zu den einzelnen Leveln und Missionen zu passen. Sobald man sich allerdings eingespielt hat, fällt dies kaum mehr auf. Leider fiel für die Musikwahl für das Hauptmenü sehr bescheiden aus - der Rocksong in der Auswahl der Levels und Modi nervt bereits nach kurzer Zeit, sodass man am liebsten den Ton ausschalten würde. Darüberhinaus gibt es noch die Qualität der Sprecher zu bemängeln. Die englischen Synchronsprecher klingen ziemlich demotiviert und liegen damit bestenfalls auf Zeichentrick-Niveau. Für alle japanophilen Spieler gibt es allerdings noch die Option japanische Synchronstimmen einzuschalten, womit dieser Kritikpunkt zumindest ein wenig abgemildert wird.

Steuerung: 

Wie bereits erwähnt bewegt man Sonic nicht mit dem Nunchuk sondern mit der Wiimote, die waagerecht gehalten wird, um zu gewährleisten dass das Spielgefühl angenehmer wird, wenn man diese nach verschiedenen Richtungen neigt um die Spielfigur zu bewegen. Die Kombinationen und Belegungen sind zuerst sehr gewöhnungsbedürftig; auch nach längerem Spielen stellt sich kein typisch intuitives Spielegefühl ein, obwohl man die Steuerung dann gut beherrscht. Aufgrund dieser Tatsache ist es sicher möglich dass der ein oder andre Spieler schnell gestresst wird und so Fehler begeht, die den Igel arg in Bedrängnis geraten lassen.

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Fazit: 

Sonics Debüt auf der Wii ist imposanter, schöner und vor allem schneller als seine Vorgänger; die Kultfigur heizt wie verrückt durch die kunterbunten Levels und Missionen, deren Schwierigkeitsgrad erfreulicherweise stetig und gleichmäßig wächst.
Ein störendes Manko aber ist der Aufbau des Einzelplayer-Modus aus Missionen, da so recht schnell die Übersicht verloren werden kann. Hat man eine eine Mission erfolgreich absolviert, wird man in das Levelauswahl-Menü zurückgeworfen - ein abruptes Unterbrechen des Spielverlaufs, das so den Spielfluß stört. Jedoch motivieren all die Fähigkeiten, die es zu erlernen gilt; die vielen versteckten Wege, Items und Geheimnisse sorgen dafür dass das Spiel nie langweilig wird und der nicht gerade kleine Umfang von über 100 Missionen lässt keine Wünsche offen.

Zum Schluss ein Wort in eigener Sache:
Es sei ein großes Dankeschön an die Presseabteilung von Sega ausgesprochen, die uns freundlicherweise ein Presse-Exemplar dieses Spieles zukommen ließ.


Pro & Contra

+ Schnell wie der Blitz!!
+ Detaillierte Welten
+ Innovatives Fähigkeitensystem

- Nur Screens als Story
- Steuerung gewöhnungsbedürftig
- Abenteuer in Missionen gegliedert
- gräßliche Musik im Hauptmenü

Wertung

Grafik:

Sound:

Multiplayer:

Spielspass:
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