Super Monkey Ball: Banana Blitz (Wii)

Spieleinfos
 Boxart (EU)
Entwickler: Sega
Publisher: Sega
ab 6
Spieleranzahl: 1-4
Genre: Geschicklichkeit

Der neue Super Monkey Ball-Titel gehörte zum Launch-Lineup der Wii in Europa. Aber kann der Titel mit vielen Neuerungen die alten Fans der Reihe beeindrucken und gleichzeitig neue Käufer ansprechen?

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Spielinhalt: 

In „Super Monkey Ball Banana Blitz“ steuert der Spieler mit seiner Wiimote einen Affen, der in einer Kugel durch verschiedenste Labyrinthe und Parcours gelenkt werden muss, bis er innerhalb der vorgeschriebenen Zeit sein Ziel erreicht. Das Spiel besteht aus einem Singleplayer-Part und einem Multiplayer-Part wie in den vorherigen Spielen. Beide Teile wurden aber gegenüber den beiden Vorgängern stark verändert, sodass man sich als Kenner auf ein komplett neues Spiel einstellen muss. Entwickelt wurde der Titel wieder von Amusement Vision, einem Produktionsteam von SEGA.

Der Singleplayer-Part ist in acht Welten mit jeweils acht klassischen Levels, einem Bonuslevel und einem Bosslevel aufgeteilt. Außerdem können nach den acht Welten noch Bonuslevels freigespielt werden. Es gibt also im Vergleich zu den Vorgängern, die jeweils 100 und 150 klassische Levels zu bieten hatten, nur 64 klassische Spiele, was den Umfang des Spieles gewaltig schrumpfen lässt. Außerdem hat der Entwickler den Spielmodus völlig verändert: In den Vorgängern war der Einzelspieler-Modus in mehrere Schwierigkeitsstufen aufgeteilt, durch die man sich durchspielen musste. Innerhalb dieser Stufen standen dem Spieler eine bestimmte Anzahl von Leben zur Verfügung. Außerdem konnte man durch das Aufsammeln von Bananen weitere Leben bzw. Continues hinzugewinnen. Gingen alle Leben verloren, hatte der Spieler noch eine bestimmte Anzahl Continues vorrätig, mit denen man an der Stelle weitermachen konnte, wo man gescheitert war. Nun allerdings gibt es unendlich viele Continues, sodass man ein Level unendlich oft wiederholen kann, bis es geschafft wurde. Das hat zum Einen die Folge, dass das Spiel von einem Arcade-Meisterwerk zu einem gewöhnlichen Game geworden ist, das keine besonderen Herausforderungen mehr bietet, zum Anderen hat es den Nachteil, dass das Sammeln von Bananen – vorher ein essentieller Bestandteil des Spielprinzips – nun komplett überflüssig wird, da ja quasi unendlich viele Leben zur Verfügung stehen. So reduziert sich die Spielzeit von „Banana Blitz“ um ein Vielfaches, da das frühere Arcade-Prinzip den Spieler sehr lange gefesselt hat. So hat ein geübter Spieler die letzte Welt schon nach spätestens 10 Stunden gesehen. Langzeitmotivation soll das Sammeln aller Bananen im Level bringen – doch in den späteren Welten sind die Bananen so unmöglich verteilt, dass dies die Motivation auf einen Nullpunkt senkt und höchstens Langzeitfrust aufkommen lässt.

Grundsätzlich ist die Veränderung des Spielmodus der einzige Negativpunkt im Einzelspieler-Part. Die Neuerung, dass man nun die Kugel mit der A-Taste springen lassen kann, eröffnet unzählige neue Möglichkeiten, um die Levels abwechslungsreicher zu gestalten. Durch die acht verschiedenen Settings – über Dschungel, Piratenmeer, Eiswelt und Wüste bis hin zum Weltraum – wird für sehr viel Abwechslung gesorgt. Diese wird aber auch durch das sehr unterschiedliche Design der einzelnen Levels gefördert, weil der Spieler unterschiedlichste Herausforderungen meistern muss, um den Level abzuschließen. Er muss klassische Parcours meistern, Rennbahnen überwinden, Türme erklimmen und über Hindernisse springen. Solch einen Abwechslungsreichtum gab es in den Vorgängern nicht. Außerdem muss der Spieler nun am Ende jeder Welt einen Bossgegner besiegen, wobei diese durch ihre unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade auffallen. Der Boss der fünften Welt ist zum Beispiel sehr schwer zu besiegen, wobei die beiden darauffolgenden Endgegner der Welten 6 und 7 ziemlich einfach sind.

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Grafik: 

Die Grafik präsentiert sich gegenüber den Vorgängern in einem deutlich besseren Gewand. Die acht Welten haben einen sehr differenzierten Grafikstil, sodass die Welten nun durch ihr Setting auffallen und die Levels auch selber thematisch mit „Dekoration“ ausgeschmückt sind und nicht mehr statisch wirken. Trotzdem hätten die Entwickler noch mehr aus der Konsole herausholen können, denn insgesamt befindet sich die Grafik noch auf Gamecube-Niveau.

Sound: 

Der Sound von „Banana Blitz“ ist einer der größten Pluspunkte des Spiels. Wunderschöne und eingängige Musiktitel untermalen die verschiedenen Welten und sorgen für die richtige Stimmung. Hier hat sich im Vergleich zu den Vorgängern sehr viel getan, weil die Musik nun nicht mehr nur Mittel zum Zweck ist, sondern ein Bestandteil ist, das dem Game mehr Spielspaß bringt. Die klassischen und bekannten Soundeffekte sind erhalten geblieben.

Steuerung: 

Das Spiel wird komplett mit der Wiimote gesteuert, mit der man die Affenkugeln durch die Welten lotst. Dabei funktioniert die Steuerung vorbildlich und präzise, sodass sehr selten Frustmomente entstehen können. Allerdings kann die automatisch gesteuerte Kamera in manchen Momenten nicht überzeugen und sorgt für den einen oder anderen Absturz aus dem Level. Insgesamt aber haben die Entwickler es geschafft, die Steuerung sehr genau und intuitiv zu gestalten, sodass der Spieler fast keine Eingewöhnungszeit benötigt, um die Kugel perfekt balancieren zu können. Einzig im Multiplayer-Modus kann die Steuerung teilweise überhaupt nicht überzeugen

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Multiplayer: 

Der Multiplayer-Modus besteht aus 50 Minispielen, von denen die meisten Spieler unbrauchbar und schlecht zu steuern sind, was den Spielspaß auf ein geringes Maß beschränkt. Die früheren bewährten Minispiele wie Rennen oder Ziel sind erhalten geblieben, allerdings deutlich im Umfang reduziert worden, sodass auch hier kein Ausgleich zu den vielen schlechten Spielen gegeben ist. Teilweise wurden auch von Fans geliebte Spiele wie Monkey Billard komplett entfernt. Hier hat der Entwickler Amusement Vision nahezu alles falsch gemacht, was man im Vergleich zu den Vorgängern falsch machen kann, denn die Vorgänger überzeugten durch einen Multiplayer-Modus, der einzigartig war und teilweise mehr Spaß machte als so manche Partie Mario Kart oder Mario Party. Wer also ein gutes Mehrspieler-Game haben will, greift nicht zu „Banana Blitz“, sondern eher zu „Rayman“ oder demnächst „Wario Ware“.

Fazit: 

Ein durchschnittlicher bis guter Singleplayer-Modus und ein schlechter Multiplayer-Modus reichen leider nicht, um einen positiven Gesamteindruck vom neuen Spiel der „Super Monkey Ball“-Reihe zu hinterlassen. Der Einzelspieler-Modus macht vieles richtig und führt sinnvolle und abwechslungsreiche Neuerungen ein, doch versagt im Umfang und in der Langzeitmotivation. So erhält man ein intensives, aber auch relativ kurzes Spielerlebnis, das keinesfalls mit dem Umfang der Vorgänger mithalten kann. Die neuen Bosskämpfe sind auf den ersten Blick eine gelungene Abwechslung, aber langfristig sehr ähnlich aufgebaut.

Wer Fan der Spielreihe ist, kann bedenkenlos zugreifen, auch wenn der Arcade-Charakter im Spiel verlorengegangen ist. Außerdem wird jeder, der ein kurzweiliges, abwechslungsreiches und unkompliziertes Singleplayer-Game zum Immer-mal-wieder-Spielen sucht, perfekt angesprochen. Multiplayer-Fans lassen diesmal die Hände vom Titel.


Pro & Contra

+ abwechslungsreiche Levels
+ Steuerung
+ Musik und Sound

- Multiplayer
- unendlich viele Leben
- kurzer Singleplayer

Wertung

Grafik:

Sound:

Multiplayer:

Spielspass:
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