Tony Hawk's Proving Ground (Wii)

Spieleinfos
 Boxart (EU)
Entwickler: Neversoft / Page 44
Publisher: Activision
ab 6
Spieleranzahl: 1-2
Genre: Sport

Wie jedes Jahr erwartet euch auch in diesem pünktlich zum Weihnachtsgeschäft ein neues Tony Hawk's Spiel. Da der Rollbrettgott nunmehr seit 9 Jahren in den Konsolen umherskatet, stellt sich doch glatt die Frage, wie der neue Teil geworden ist. Genau dies versuchen wir in unserem Review zu klären und ziehen außerdem die Version der Xbox360 zum Vergleich heran.

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Spielinhalt: 

Wie bereits in den letzten Teilen stellt ihr euch zu Beginn des Spiels euren eigenen Charakter zusammen, einige Klamotten müssen aber erst gegen Bargeld freigeschaltet werden, welches ihr euch in eurer Karriere verdient. Danach gehts direkt ins Spiel, wo ihr zuerst die drei neuen Stilarten lernt. So stehen eurem Charakter Karriere, Hardcore und Rigger offen. Je nachdem welchen Stil ihr wählt, lernt euer Charakter im weiteren Verlauf andere Fertigkeiten. Die Storymissionen werden zudem mit einem kurzen Einleitungsvideo begleitet.

So lernt ihr als Karriere-Skater unter anderem den bereits aus "Project 8" bekannten Nail-the-Trick, bei dem ihr eure Tricks in Zeitlupe ausführen könnt. Als Hardcore-Skater lernt ihr den Aggro-Kick, mit welchem ihr in einem Affenzahn durch die Stadt flitzen könnt. Zu guter Letzt als Rigger könnt ihr jederzeit auf einen Baukasten zurückgreifen, der euch mitten in der Landschaft Objekte aufstellen lässt, damit ihr eure eigenen Tricks und Lines erfinden könnt.

Damit sich auch die normalen Fertigkeiten eures Skaters verbessern, gibt es sogenannte Skillchallenges. Hiergilt es beispielsweise über eine bestimmte Distanz einen Grind zu vollführen, ohne dabei abzusetzen oder zu stürzen oder einen Manual eine bestimmte Zeit zu halten. Hierführ gibt es immer 3 Zielschwierigkeiten, die Amateur-Zielmarkierung erreicht man sehr leicht, die Profi-Markierung birgt meist einige Tücken und um die Krank-Zielmarkierung zu erreichen, müsst ihr ein Vollblutprofi sein.

Habt ihr Story-Missionen oder Challenges abgeschlossen, gibt es Fertigkeitspunkte, die ihr verteilen dürft, um beispielsweise das Timing des Aggro-Kicks zu erleichtern. Was uns beim Test hierbei verwundert hat ist die Reduzierung auf zwei Statsleisten im Vergleich zu den drei im Xbox-Original. Vermutlich ist das zurückzuführen auf die ebenfalls stattgefundene Reduktion der Challenges, die in den Städten verteilt sind.

Unterwegs seid ihr dieses Mal in 3 Städten, allerdings sind diese nicht wie in der Vorbild-Version direkt miteinander verbunden, sondern voneinander getrennt und in verschiedene Bereiche eingeteilt. Zum Levelwechsel muss somit jedesmal das Hauptmenü herangezogen werden. Außerdem finden sich in jedem Abschnitt mehrere Spielautomaten, mit denen ihr den Klassik-Modus starten könnt, den Serien-Veteranen aus den ersten Teilen der Serie kennen, bei dem es gilt, binnen zwei Minuten möglichst viele Ziele zu erfüllen.

Was wir uns ebenfalls noch gewünscht hätten, wäre ein ähnlich gelungener Online-Modus wie auf der Xbox360, so bleibt es auf der Wii bei einem 2-Spieler-Splitscreen-Erlebnis, dass allerdings auch nur bewährte Kost bietet. Der gelungene Video-Editor scheint leider auch der Schere zum Opfer gefallen zu sein.

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Grafik: 

Dass die Wii nicht die technischen Daten einer PS3 besitzt, ist unlängst bekannt, dass man bei einer Konvertierung aber eine solche matschige Grafik hinnehmen muss, grenzt schon fast an Augenvergewaltigung. Auch bei Events im Karriere-Modus werden die Schauplätze nichteinmal umgebaut, weswegen es heißt, man soll den Zuschauern einheitzen, deren Zuschauerränge aber garnicht vorhanden sind.

Sound: 

Der gelungene Soundtrack ist wieder einmal absolut Spitze, denn zum einen werden so gut wie alle Genres (u.a. Rock, Metal, Hip-Hop, Electro) abgedeckt, zudem sind auch einige bekanntere Größen wie Bloc Party mit an Board. Die deutsche Sprachausgabe stellt hingegen das glatte Gegenteil dar. Einige Sprecher wirken unmotiviert, andere sprechen sehr seltsame Dialekte. Das ging schonmal besser...

Steuerung: 

Kommen wir zum Total-Ausfall der Wii-Version. Über die Belegung der Grab- und Fliptricks lässt sich zwar streiten, aber dass die Entwickler hierbei wohl unbedingt auf irgendeine Art und Weise die Vorzüge der Wii-Steuerung integrieren wollten, ist leider das absolut nach hinten losgegangen. Einige Tricks wie den Aggro-Kick oder die Moves im Nail-the-Trick Modus sollt ihr mit Bewegungen der Wiimote und dem Nunchuk ausführen. Da das Spiel aber so gut wie garnicht erkennt, was ihr eigentlich von ihm wollt, sind die Spezial-Tricks schlicht unmöglich auszuführen.

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Fazit: 

Dass die Wertung so niedrig ausfällt, setzt sich aus mehreren Aspekten zusammen. Zum einen ist es der im Vergleich zur Original-Version arg abgespeckte Umfang (siehe Haupttext), zum anderen die hundsmieserable Steuerung per Wiimote und Nunchuk. Somit bekommt ihr für die Wii nur eine teilweise unkontrollierbare Light-Version von Tony Hawk's Proving Ground. Wenn ihr die Möglichkeit habt, solltet ihr auf jeden Fall zur Xbox360 oder PS3-Version greifen!

Zum Schluss ein Wort in eigener Sache:
Ein Dankeschön an Step 3 Europe, die uns freundlicherweise ein Test-Muster des Spieles zukommen ließen.


Pro & Contra

+ Gelungener Soundtrack
+ 3 große Städte
+ 3 Stilrichtungen

- Mieserarble Steuerung
- Abgespeckter Umfang
- Matschige Grafik

Wertung

Grafik:

Sound:

Multiplayer:

Spielspass:
Noch keine Bewertungen

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